Ein Lineal, das wirklich stimmt
Bildschirmlineal macht aus jedem Display eine Messskala in Originalgröße — in Zentimeter, Millimeter, Zoll und Pixel. Kein Download, keine Anmeldung, keine App. Der Unterschied zu den meisten vergleichbaren Seiten steckt in einem einzigen Schritt: der Kalibrierung.
Warum es diese Seite gibt
Ein Lineal ist selten da, wenn man es braucht. Ein Bildschirm dagegen fast immer. Der Gedanke, einfach eine Skala auf das Display zu zeichnen, ist entsprechend naheliegend — und es gibt Dutzende Seiten, die genau das tun. Das Problem: Die meisten davon messen falsch, teilweise erheblich.
Der Grund ist eine Altlast. Browser rechnen intern mit einem festen Umrechnungsfaktor von 96 CSS-Pixeln pro Zoll. Dieser Wert stammt aus einer Zeit, in der Röhrenmonitore Standard waren, und hat mit heutigen Displays wenig zu tun. Entscheidend ist nämlich nicht die Pixeldichte des Geräts allein, sondern die Pixeldichte geteilt durch das sogenannte Device Pixel Ratio — den Faktor, mit dem das Betriebssystem die Darstellung hochskaliert.
Ein Beispiel macht es greifbar. Ein iPhone 15 hat 460 Pixel pro Zoll und ein Device Pixel Ratio von 3. Tatsächlich kommen also rund 153 CSS-Pixel auf einen Zoll, nicht 96. Ein Lineal, das mit 96 rechnet, zeichnet dort einen „Zoll", der physisch nur etwa 1,6 Zentimeter lang ist. Wer damit misst, erhält rund 60 Prozent zu große Werte. Aus zwei Zentimetern werden über drei.
Genau dieser Fehler steckt in vielen Bildschirmlinealen — und man merkt ihn nicht, solange man nicht gegenprüft. Deshalb steht die Kalibrierung hier nicht irgendwo im Menü, sondern gleich am Anfang.
Drei Wege zur richtigen Skala
Kalibrieren dauert unter einer Minute und muss nur einmal pro Gerät gemacht werden. Danach merkt sich der Browser den Wert. Es gibt drei Verfahren, geordnet nach Zuverlässigkeit.
Am genauesten ist der Vergleich mit einem Gegenstand mit bekanntem Maß. Eine EC-, Kredit- oder Versichertenkarte ist nach ISO/IEC 7810 exakt 85,6 Millimeter breit, eine 2-Euro-Münze hat 25,75 Millimeter Durchmesser. Man legt das Objekt an den Bildschirm und zieht ein Rechteck auf die passende Breite. Der Vorteil: Diese Methode misst das tatsächliche Ergebnis und übersteht damit auch Browser-Zoom und die Anzeigeskalierung von Windows oder macOS, an denen andere Verfahren scheitern.
Schneller geht die automatische Erkennung. Über fünfzig verbreitete Geräte sind mit ihren Herstellerangaben hinterlegt, von iPhone SE bis Pro Display XDR. Wird das Gerät erkannt, ist die Sache mit einem Klick erledigt. Ist es nicht dabei, lässt sich das Modell aus der Liste wählen.
Bleibt die Bildschirmdiagonale: Diagonale in Zoll eintragen, die Pixeldichte wird aus der Auflösung berechnet. Praktisch bei Monitoren, deren Größe man kennt.
Was das Werkzeug kann
Die Skala lässt sich an alle vier Bildschirmkanten legen, einzeln oder gleichzeitig — damit wird das ganze Fenster zu einem Messrahmen. Neben dem Ablesen an der Kante gibt es ein Messwerkzeug für Strecken mitten im Bild, Hilfslinien zum Markieren von Positionen, ein Fadenkreuz mit laufender Koordinatenanzeige und einen Winkelmesser von 0 bis 180 Grad.
Dazu kommen Schablonen in Originalgröße: Bankkarte, A4, A6, verschiedene Euro-Münzen und eine Ringgrößen-Vorlage in deutscher Zählung, bei der die Größe dem Innenumfang in Millimetern entspricht. Wer Papier bevorzugt, erzeugt über die Druckfunktion eine A4-Vorlage mit Zentimeter- und Zoll-Skala samt aufgedruckter Kontrollstrecke.
Wo die Grenzen liegen
Ein Bildschirmlineal ist kein Präzisionsmessmittel, und das soll hier nicht verschwiegen werden. Messbar ist nur, was auf das Display passt — am Handy quer etwa vierzehn Zentimeter, auf einem 27-Zoll-Monitor im Vollbild rund achtundfünfzig. Steht der Browser-Zoom nicht auf 100 Prozent, verschiebt sich die Skala. Für Toleranzen unter einem Zehntelmillimeter bleibt die Schieblehre das richtige Werkzeug, und gebogene Kanten lassen sich an einer starren Skala ohnehin nicht abnehmen.
Nach sauberer Kalibrierung liegt die Abweichung typischerweise unter einem Prozent, mit der Kartenmethode meist unter einem halben Millimeter. Für Schrauben, Knöpfe, Ringe, Stoffmuster oder die Frage, wie groß vier Zentimeter eigentlich sind, ist das mehr als ausreichend — und genauer als jede Messung per Kamera-App.
Wie das Projekt finanziert wird
Die Nutzung ist und bleibt kostenlos. Mittelfristig soll sich die Seite über Werbung neben den Textinhalten tragen. Was es nicht geben wird: Gebühren für das Werkzeug, Registrierungszwang, die Weitergabe von Anfragen an Handwerker oder Händler — und keine Übertragung von Messdaten. Alles rechnet im Browser, und das bleibt so.
Direkt zu den Werkzeugen
Häufige Fragen
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Was kostet die Nutzung?
Nichts. Es gibt keine Bezahlschranke, keine Registrierung und keine Testphase, die irgendwann endet. Das Projekt finanziert sich mittelfristig über Werbung neben den Inhalten — nie über Gebühren für das Werkzeug selbst.
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Werden meine Messungen gespeichert?
Nein. Kalibrierung, Messwerte, Hilfslinien und Schablonen entstehen und bleiben in deinem Browser. Es gibt keinen Server, der Messdaten empfängt. Gespeichert werden nur drei technische Werte im lokalen Browser-Speicher: Pixeldichte, gewählte Einheit und Hell-/Dunkelmodus.
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Wer steht hinter dem Projekt?
Ein kleines, unabhängiges Projekt ohne Firma im Hintergrund. Verantwortlich für Inhalt und Betrieb ist die im Impressum genannte Person.
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Kann ich ein fehlendes Gerät nachtragen lassen?
Gern. Über die Kontaktseite genügen Modellbezeichnung und die Pixeldichte aus dem Datenblatt. Die Geräteliste wächst genau so.
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Darf ich das Lineal auf meiner Seite einbetten?
Ein Einbetten per iframe ist technisch nicht vorgesehen und in den Nutzungsbedingungen nicht erlaubt. Ein Link auf diese Seite ist dagegen jederzeit willkommen und braucht keine Rückfrage.